In mehreren europäischen Ländern, auch der Schweiz, werden einige Fälle von Hautinfektionen durch das Bakterium Dermatophilus congolensis beobachtet. Die Aids-Hilfe Schweiz verfolgt die Entwicklung gemeinsam mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Was ist Dermatophilose?

Dermatophilose ist eine bakterielle Hautinfektion. Eine Übertragung erfolgt durch engen Hautkontakt, insbesondere beim Sex. Die Infektion ist selten und problemlos mit Antibiotika heilbar.

Wer ist betroffen?

Die bisher bekannten europäischen Fälle betreffen Männer, die Sex mit Männern haben.

Welche Symptome treten auf?

Die Symptome sind oft unspezifisch und gleichen vielen anderen Hauterkrankungen. 

Mögliche Anzeichen sind:

  • Hautausschlag oder Hautveränderungen
  • Pickel, Papeln oder Pusteln
  • verkrustete Hautläsionen
  • Juckreiz

Die Hautveränderungen treten häufig im Genital- oder Analbereich oder um den Mund auf.

Was tun bei Symptomen?

Neue oder ungewöhnliche Hautveränderungen sollten grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden. Wenn sich Dermatophilose bestätigt, kann die Infektion behandelt werden. Bis zur Abklärung sollte enger Hautkontakt vermieden werden.

Wie hoch ist das Risiko?

Das BAG stuft das Risiko derzeit als sehr gering ein.

Für Männer mit mehreren Sexpartnern in Einrichtungen für Sex vor Ort (z. B. Saunas), ist das Risiko einer Infektion moderat. Aufgrund der bisher milden Krankheitsverläufe bleibt das Gesamtrisiko jedoch auch in dieser Gruppe gering.

Wie lässt sich das behandeln?

Dermatophilose lässt sich mit Antibiotika behandeln. Wichtig ist eine medizinische Begleitung, damit die Behandlung bei Bedarf (z.B. Resistenzen) angepasst werden kann.

Wer Sex-Orte wie Saunas oder Partys besucht und danach Symptome bemerkt, lässt es abklären. Es hilft, aktiv zu erwähnen, dass man in entsprechenden Settings unterwegs war und von den aktuellen Fällen gehört hat. So kann die richtige Diagnose schneller gestellt und früh behandelt werden.

Footer