HIV-PEP: den Zugang vereinfachen

Der Zugang zur HIV-Postexpositionsprophylaxe (PEP) ist für viele vulnerable Gruppen nach wie vor mit hohen Hürden verbunden. Dabei ist ein rascher Therapiebeginn entscheidend für die Wirksamkeit der PEP.

Dieses Webinar beleuchtet Ansätze aus der Schweiz und aus dem internationalen Kontext, die darauf abzielen, den Zugang zur PEP niederschwelliger, schneller und bedarfsgerechter zu gestalten. Unsere Gäste geben praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Modelle und teilen Erfahrungen aus der täglichen Arbeit.

Isaac Bodoch stellt den kanadischen Ansatz „PEP in Pocket“ (PiP) vor. Dieses Modell basiert darauf, besonders vulnerablen Personen vorsorglich eine vollständige einmonatige PEP-Therapie abzugeben, die sie zu Hause aufbewahren. Im Fall einer möglichen HIV-Exposition kann die PEP sofort begonnen werden – ohne zeitkritischen Gang in eine Notfall- oder Klinikstruktur. Dadurch werden zentrale Barrieren wie Zeitverlust, organisatorische Hürden und eingeschränkte Zugänge zu medizinischer Versorgung deutlich reduziert. Seit Juli 2024 ist „PEP in Pocket“ als Option in den HIV-Präventionsleitlinien der WHO aufgenommen. Die WHO empfiehlt dabei explizit die Verschreibung und Abgabe einer vollständigen einmonatigen PEP anstelle von Teil- oder Kurzzeitverschreibungen, um einen schnellen und effektiven Therapiebeginn zu ermöglichen.

Ein zweiter Schwerpunkt des Webinars liegt auf dem Genfer Modell, vorgestellt von Mediator:innen von Aspasie, die direkt aus der Praxis berichten. Vor dem Hintergrund kantonaler Unterschiede in Bezug auf PEP-/PrEP-Ressourcen und bestehende Unterstützungsangebote zeigen sie auf, wie der Zugang zur PEP für Sexarbeitende in Genf ganz konkret vereinfacht wurde. Thematisiert werden die spezifischen Herausforderungen im Kanton, die aufgebauten Kooperationen mit medizinischen und sozialen Strukturen sowie Erfahrungen und Rückmeldungen aus dem Feld. Der Fokus liegt dabei auf niedrigschwelligen, vertrauensbasierten Zugängen und der zentralen Rolle von Peer- und Vermittlungsarbeit.

Das Webinar richtet sich an Fachpersonen aus Prävention, Beratung, Medizin und Community-Arbeit und lädt zur Reflexion über praxistaugliche Lösungen zur Verbesserung des PEP-Zugangs für vulnerable Gruppen ein.

Gebühren:

Der Anlass ist für unsere Mitglieder kostenlos.
Gebühr für externe Personen: CHF 25.--. Bitte hier bezahlen. 

Sprachen:

französisch/englisch/deutsch

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