Zahlen zu HIV/Aids

Zahlen zu HIV/Aids in der Schweiz und weltweit

Schweiz

Im Jahr 2019 war ein weiterer Rückgang der Zahl von HIV-Diagnosen zu verzeichnen. Zum dritten Mal seit Beginn der HIV-Epidemie Anfang der 1980er-Jahre wurden dem BAG weniger als 500 Fälle gemeldet. In den 1990er-Jahren waren es im Durchschnitt 1300 Fälle pro Jahr. Die vermehrte Testung besonders exponierter Personengruppen, eine immer früher einsetzende Behandlung und die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) scheinen diese Trendwende ausgelöst zu haben.

Bildstrecke: HIV und Aids in der Schweiz. Alle Grafiken vom Bundesamt für Gesundheit.

  • In der Schweiz leben rund 16'700 Menschen mit HIV.
  • 2019 wurden in der Schweiz 421 neue HIV-Diagnosen gestellt. Damit ist ein historisches Tief erreicht. Der seit 2008 beobachtete abnehmende Trend setzt sich weiter fort.
  • Die Mehrheit der gemeldeten HIV-Fälle betrifft Männer: Ihr Anteil liegt praktisch unverändert bei 79 Prozent. Wie in den Vorjahren wurde 2019 von Männern mit HIV-Diagnose am häufigsten Sex mit anderen Männern als Ansteckungsweg genannt (49,1%). An zweiter Stelle folgten heterosexuelle Kontakte (24,8%). Die Benutzung von kontaminiertem Spritzbesteck bei intravenösem Drogenkonsum (IDU) wurde bei 3,3 Prozent der HIV-Diagnosen bei Männern festgestellt. Bei fast einem Viertel der HIV-Diagnosen bei Männern konnte der Ansteckungsweg nicht ermittelt werden.
  • Bei Frauen mit heterosexuellem Ansteckungsweg zeigte sich zwischen 2014 und 2019 eine fast stetige Abnahme der Zahl der Fälle von 107 auf 71. Bei den heterosexuell infizierten Frauen hatten 42 Prozent die Nationalität eines Landes, das nach WHO-Kriterien als HIV-Hochprävalenzland eingestuft wird. Bei den Männern mit heterosexuellem Ansteckungsweg war dieser Anteil geringer (12%). Für die Schweiz spielen hier hauptsächlich afrikanische Länder eine Rolle, vereinzelt aber auch Länder der Karibik.
  • Die Schweizer HIV-Kaskade liegt im weltweiten Vergleich weit vorn: 93% aller im
    Jahr 2019 mit HIV in der Schweiz lebenden Personen haben eine entsprechende Diagnose
    erhalten und wussten somit von ihrer Infektion, 97% derer mit HIV-Diagnose erhielten
    eine medikamentöse HIV-Therapie, und 96% derer mit HIV-Therapie hatten eine Viruslast
    unter der Nachweisgrenze, können das Virus also nicht mehr weitergeben.

Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG), Stand November 2020. Weitere Statistiken zur Schweiz: www.bag.admin.ch

Weltweit

2019, People living with HIV - All ages
  • Weltweit leben 38 Millionen Menschen mit HIV (Stand 2019).
  • Davon haben 25.4 Millionen Menschen Zugang zur antiretroviralen Therapie. Vor zehn Jahren waren es erst 6.4 Millionen.
  • 690'000 Menschen starben 2019 an Aids, im Jahr 2010 waren es noch 1.1. Millionen.
  • 2019 haben sich weltweit circa 1.7 Millionen Menschen neu mit HIV infiziert, im Vergleich zu 2010 ein Rückgang von 23 %.
  • In Ost- und Südafrika, wo über 50% aller Menschen mit HIV leben, ist die Anzahl Neuansteckungen bei Erwachsenen weltweit am stärksten zurückgegangen, insgesamt um 38% seit 2010.
  • In Osteuropa und Zentralasien dagegen ist die Zahl der Neuinfektionen seit 2010 um 72% angestiegen.
  • In Bezug auf die 90-90-90-Ziele der UNAIDS kannten 2019 weltweit 81% der Menschen mit HIV ihren Status, 82% von diesen hatten Zugang zur Therapie und wiederum 88% davon hatten eine unterdrückte Virenlast.

Quelle und weitere Statistiken: UNAIDS, Stand Juli 2020