Welt-Aids-Tag 2020: Aufruf gegen Diskriminierung

Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2020 steht im Zeichen des Kampfes gegen HIV und für die Solidarität mit Betroffenen. Nach wie vor leiden HIV-positive Menschen in der Schweiz unter Vorurteilen, die in Alltagssituationen zu Einschränkungen führen. Mit der Kampagne «Stopp Diskriminierung!» sensibilisiert die Aids-Hilfe Schweiz die Bevölkerung: HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie stecken niemanden an – weder im Alltag noch beim Sex.

Eine Dentalhygienikerin weigert sich, eine Patientin zu behandeln, als sie erfährt, dass die Frau HIV-positiv ist. Einem Selbstständigen, der noch nie einen krankheitsbedingten Arbeitsausfall hatte, wird eine Taggeldversicherung verweigert, da er HIV-positiv ist. Dies sind nur zwei Beispiele von Menschen, denen Leistungen verweigert werden. Grund dafür ist das fehlende Wissen rund um HIV. Heute ist HIV so therapierbar, dass keine HI Virenlast mehr nachweisbar ist – eine Ansteckung im Alltag oder beim Sex ist damit ausgeschlossen. Das bedeutet, HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie müssen heutzutage weder auf Beziehung, Sex noch Familie verzichten und haben eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie Menschen ohne HIV.

Institutionelle Ausgrenzung dominiert

«Im Gesundheitswesen ist die Diskriminierung für Betroffene besonders belastend», erklärt Andreas Lehner, Geschäftsleiter der Aids-Hilfe Schweiz, «denn zu Ärzten, Therapeuten und Pflegepersonal herrscht ein Vertrauensverhältnis. Zudem wird gerade im Gesundheitswesen mehr medizinische Aufklärung erwartet.» Aber auch in anderen Lebensbereichen leiden HIV-positive Menschen unter Diskriminierung.

«Jährlich gehen bei uns rund 100 Diskriminierungsmeldungen ein. Doch wir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus und rechnen mit mindestens 10-mal mehr Fällen. Dies bedeutet, dass täglich 3 Menschen in der Schweiz aufgrund einer behandelbaren Krankheit diskriminiert werden», so AndreasLehner.

Welt-Aids-Tag: Stopp Diskriminierung

Der 1. Dezember steht seit 1988 weltweit für die Solidarität mit HIV-betroffenen Menschen. «Im von Corona beherrschten 2020 ist der Welt-Aids-Tag wichtiger denn je», hält Andreas Lehner fest. Denn gerade jetzt muss den Menschen in Erinnerung gerufen werden, dass HIV nach wie vor existiert. Die Sensibilisierung und Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung muss fortgesetzt werden. Deshalb lanciert die Aids-Hilfe Schweiz zum Welt-Aids-Tag eine Kampagne mit dem Aufruf «Stopp Diskriminierung!».

Mit Emojis geht die Online-Kampagne 2020 auf typische Alltagssituationen ein. Mit der Botschaft «HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie sind nicht ansteckend» wird darauf aufmerksam gemacht, dass weder der Coiffeur-Besuch noch eine gemeinsame Zugfahrt oder eine Liebesbeziehung ein Übertragungsrisiko darstellt. Hinzu kommen weitere Sujets, die beispielhaft Alltagssituationen wie zum Beispiel den Zahnarztbesuch, eine Massagebehandlung oder Physiotherapie darstellen. «Unwissen fördert Diskriminierung», ist Andreas Lehner überzeugt, «mit der Kampagne 2020 wollen wir die Bevölkerung weiter sensibilisieren und den Appell gegen Diskriminierung HIV positiver Menschen verstärken.»


Mehr Informationen
Die Website wissen.aids.ch informiert über Prävention, die Therapierbarkeit von HIV und das Leben mit HIV.

Die Kampagnenbilder und -clips stehen zur Veröffentlichung zur Verfügung.

Für Informationen und Hintergrundgespräche wenden Sie sich bitte an die Medienstelle der Aids-Hilfe
Schweiz unter der Nummer 044 447 11 77 oder Aktivieren Sie JavaScript um diesen geschützten Inhalt zu sehen.