Sex haben in Zeiten der Corona- Pandemie?!

Nur, weil sich die Welt verändert, heisst das nicht, dass die sexuellen Bedürfnisse ganz anders sind.

Die Empfehlung ist allerdings klar:

Sexdates sollte man jetzt unterlassen. Denn mit dem Coronavirus können Sie sich überall anstecken, wo Menschen eng zusammenkommen, also auch beim Sex. Und wenn mehrere Menschen auf engem Raum zusammenkommen, bei einer privaten Sexparty zum Beispiel, ist das Infektionsrisiko sehr gross.

Kann ich überhaupt noch Sex haben?

Grundsätzlich ja; mit Menschen im gleichen Haushalt oder mit Ihrem festen Partner, Ihrer Partnerin.
Voraussetzung ist, dass man sich ausserhalb der Beziehung an die Empfehlungen des Bundes hält, keiner Corona-Symptome hat und sich niemand mit anderen zum Sex trifft.

Kann ich noch HIV- und STI-Tests machen?

Am besten informieren Sie sich dann direkt bei Ihrer Teststelle oder auf aids.ch, ob Routinetests wieder möglich sind.

Was mache ich, wenn ich ein HIV-Risiko hatte?

Dank der PEP-Notfallbehandlung kann eine HIV-Infektion verhindert werden. Reagieren Sie rasch, denn nach 48 Stunden ist es zu spät. Für die Abklärung der Risiko-Situation kontaktieren Sie eine unserer Fachstellen (Achtung: geänderte Öffnungszeiten) telefonisch oder wenden Sie sich direkt an die Notfall-Station des nächsten Spitals.

Was mache ich, wenn ich Symptome einer Geschlechtskrankheit habe?

Treten Symptome wie Ausfluss, Brennen, Jucken, Schmerzen, Entzündungen, rote Stellen auf, sollten Sie sich rasch testen lassen (Tripper, Syphilis usw.). Kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Ärztin oder eine unserer Fachstellen telefonisch, um einen Termin zu machen.

Ich nehme die PrEP, habe jetzt aber keinen Sex. Soll ich die PrEP pausieren?

Während einer Sex-Pause kann es Sinn machen, mit der PrEP zu pausieren. Wenn Sie die PrEP beenden wollen, nehmen Sie nach dem letzten Sex weitere sieben Tage eine Tablette und gehen Sie kein HIV-Risiko ein, bevor Sie die PrEP absetzen.
Wichtig: Wenn Sie wieder Sex haben, beginnen Sie wieder korrekt mit der Einnahme, Infos dazu auf myprep.ch.

Schützt die PrEP vor dem Coronavirus? Wie ist es mit anderen HIV-Medikamenten?

Nein! Es sind Gerüchte im Umlauf, dass die PrEP auch vor dem Coronavirus schütze. Das ist falsch.

Kann eine Infektion mit dem Corona-Virus eine Auswirkung auf meinen HIV-Test haben?

Bislang hat noch keine Infektion mit dem Coronavirus die Zuverlässigkeit des HIV-Tests in Frage gestellt. Es ist nicht zu erwarten, dass die Antikörper gegen das Coronavirus den HIV-Test stören würden.

HIV-positiv: Kein Grund zur Sorge!

Gehöre ich als HIV-positiver Mensch zu den besonders gefährdeten Personen?

Wenn Sie HIV-positiv sind, unter einer gut funktionierenden antiretroviralen Therapie stehen und eine gute Immunlage (mehr als 200 CD4/mm3) haben, gehören Sie nicht zu den besonders gefährdeten Personen. Für Sie gelten die gleichen Schutzmassnahmen wie für alle anderen (So schützen wir uns ).

Wann gehöre ich zu den besonders gefährdeten Personen?

Wer einen CD4-Wert unter 200 hat (mit oder ohne HIV-Therapie), hat ein erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus.

Zu den besonders gefährdeten Personen gehören Sie, wenn Sie

  • über 65 Jahre alt sind,
  • Bluthochdruck oder Diabetes haben,
  • an chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden,
  • chronische Atemwegserkrankungen haben,
  • aufgrund von Krebs eine medizinische Behandlung erhalten
  • oder ein durch Erkrankungen oder Therapien geschwächtes Immunsystem haben.

Besonders gefährdete Personen gemäss dieser Aufzählung haben ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus. Falls Sie zu diesem Personenkreis gehören, wenden Sie sich bei Fragen an Ihren behandelnden Arzt.

Gibt es Engpässe bei HIV-Medikamenten?

Nein. Es ist nicht nötig, einen Notvorrat an Medikamenten zu beschaffen. Die Lieferanten melden keinen Engpass von HIV-Medikamenten. Die Fachpersonen verfolgen die Situation sehr genau und sind sich der Wichtigkeit bewusst, Sie weiter mit Medikamenten versorgen zu können. Wer Angst hat, seine Medikamente in der Apotheke zu holen, kann diese auch gegen Rezept in einer Schweizer Versandapotheke beziehen.

Weiter Informationen über das Coronavirus: Bundesamt für Gesundheit